Wie unsere Katzen in die Freiheit entlassen wurden…

//Wie unsere Katzen in die Freiheit entlassen wurden…

Wie unsere Katzen in die Freiheit entlassen wurden…

Soll man seine Katzen frei laufen lassen, auch wenn draußen viele Gefahren lauern? Ist es wider die kätzische Natur, sie nur im Haus zu halten? Frustriert es Katzen, wenn sie nur an der Leine gehen dürfen? Das sind Fragen, die man sich als verantwortungsbewusster Katzenbesitzer stellt. 

Nach vielen Diskussionen in der Familie und diversen Vorbereitungen (z. B. Zugang zur Straße abgeriegelt)  haben wir das Abenteuer nun doch gewagt: Unsere beiden Schnurrer dürfen in die Freiheit, alleine. Das heißt nicht, dass sie jetzt unbegrenzten Freigang haben und die Türen Tag und Nacht offen stehen. Sie dürfen alleine in den Garten, wenn ich zu Hause bin und ein Auge auf sie werfen kann. 

Sari auf Blumenkübel

Unsere Vorbereitungen

Seit eineinhalb Jahren erforschen Rousseau und Sari unseren Garten an der langen Leine. Sie wissen genau, wo die Grundstücksgrenzen liegen. Der Bereich vor dem Haus ist absolut tabu, da dort die Straße entlangführt. Auf der rechten Seite grenzt die Terrasse an Garagen, über die man auf die Terrasse der Nachbarn gelangt. Auch dieser Weg ist Feindesland, obwohl hier keine Gefahren lauern. Das wurde x-mal geübt. Denn nicht jeder Nachbar liebt es, wenn ihm beim Grillen fremde Katzen um die Beine streichen oder beim Mittagsschlaf auf dem Sofa ein nasses Schnäuzchen ins Gesicht stupst. Auf der linken Hausseite liegt ein weiterer Garten, der durch eine Mauer und einen Zaun von unserem Garten getrennt ist. Eigentlich unüberwindbar – dachte ich. Hinter dem Haus erstrecken sich unser großer Garten und im Anschluss weitere Gärten und Felder.

Der erste Freigang

Wer jetzt glaubt, unsere beiden Schnurrer wären wie entfesselt in den Garten gestürmt, als ich die Terrassentür öffnete und sie einlud, alleine hinauszugehen, der täuscht sich. Sie blieben auf der Terrasse sitzen,  starrten mich fragend an und warteten. Sie wollten, dass ich mitgehe, wie sie es gewohnt waren. Nachdem ihnen dann klar war, dass das ein ganz anderer Ausflug werden würde, trotteten sie irritiert davon. Ich selbst war natürlich gespannt, was sie nun machen würden, – und war entsetzt: Rousseau, der inzwischen unseren Garten ja in und auswendig kannte, steuerte schnurstracks auf den Nachbargarten zu.  Und Sari, die an der Leine immer als Erstes auf die angrenzende fremde Terrasse wollte und von mir zurückgehalten wurde,  nutzte die Gunst der Stunde und war sofort drüben. Alles Rufen brachte nichts. Das konnte ja heiter werden. Sämtliche gelernten Verbote waren vergessen. Wenigstens gibt es von den Gärten aus keinen Zugang zur Straße. Ein Glück!  

Saris Ausflug

Schweißnass saß ich auf der Terrasse und wartete. Irgendwann mussten die beiden ja wieder auftauchen. Mein Mann, der Nerven wie Drahtseile hat und sich überhaupt nicht aufregt, reizte mich mit seinen Kommentaren fast zur Weißglut. Es seien ja einfach Katzen. Die machten, was sie wollten. Wenn sie Hunger kriegen würden, dann kämen sie wieder usw. Na ja, irgendwann rief dann unsere Nachbarin an, unsere Sari sei in ihrem Wohnzimmer unter dem Sofa.  Okay. Katze Nummer eins gefunden. 

Rousseaus Ausflug

Mir schwante Böses. Was konnte Rousseau, der wilde Räuber, im Schilde führen? Er hat in den letzten Monaten von seinen Kratzbäumen an den Fenstern aus das gesamte Geschehen um unser Haus beobachtet und weiß bestens Bescheid, wo etwas los ist. Beim Nachbarn zur Linken steht im Garten ein wunderschönes Vogelhäuschen, das er höchst interessant findet……. Er wird doch nicht bei seinem ersten Ausflug schon dieses Vogelhäuschen unsicher machen, schoss es mir durch den Kopf. Und der Nachbar ist kein Katzenfan.  Zum Glück gibt es ja diese große Mauer….. Ich hatte den Gedanken kaum zu Ende gedacht, läutete das Telefon. Besagter Nachbar am Apparat. Ein Kater sitze auf seinem Vogelhäuschen und vertreibe seine Vögel. Ob das unserer sei? Auch das noch. Ich stürmte hinaus, stellte mich an die Mauer, rief meinen süßen Schnurrer und war gespannt, was passieren würde. Soll noch einmal einer sagen, Katzen würden nicht hören!! Rousseau stürmte erfreut herbei, rannte an der Mauer entlang bis zum nächsten Baum, machte einen Satz,  kletterte den Stamm hoch und sprang auf unserer Gartenseite wieder herunter. So einfach ist das für Katzen.

Wie es weiterging…

Nach den ersten Tagen, an denen meine Rufe im Garten verhallten und keiner kam, weil es ja draußen noch so viel zu entdecken gab, ist jetzt Entsprannung eingekehrt. Man hat alles gesehen, was neu war, und weiß um die Vorzüge des Hauses: Dort gibt es Leckereien, die einem in den Mund fallen, ohne dass man sich anstrengen muss. Bei der großen Hitze findet man einen kühlen und bequemen Platz und hier ist man vor Eindringlingen und seltsamen Geräuschen geschützt. Außerdem ist da ja Frauchen, das bei jedem Lockruf ein Leckerli bereithält, auf das man auf keinen Fall verzichten will. 

 

 

 

 

Von |2018-08-19T14:37:11+00:0009.08.2018|Abenteuer|0 Kommentare

Über den Autor:

Doris - Katzennärrin seit vielen Jahren. Bloggt hier über die Erlebnisse mit ihren Katzen

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