Katzen und Männer

//Katzen und Männer

Katzen und Männer

Landläufig herrscht die Meinung vor, Katzen und Frauen gehörten zusammen,  Hunde  seien eher etwas für Männer. Der kätzische Charakter entspräche eher dem Wesen der Frauen, das als geheimnisvoll, eigenwillig, aber auch sanft und unnahbar beschrieben wird. Männer gelten als weniger emotional und leicht durchschaubar. Dafür sei ihr Wille zur Macht sehr ausgeprägt. Ein Hund, der sich leicht beherrschen lässt, wäre also der ideale Partner für sie.

Sari will mit Herrchen duschen

“Alles kalter Kaffee”, sagen die Wissenschaftler. Den testosterongesteuerten Mann gäbe es zwar noch, aber im Laufe der letzten Jahrzehnte hätten sich die Männer “emanzipiert”. Single-Männer legten sich z. B. auch Katzen zu,  mit denen sie ebenso gefühlvoll umgehen wie die Frauen.

Sari schläft auf Herrchens Arm

Das Verhältnis zu unseren Katzen

Ohne dass ich längere empirische Studien durchgeführt hätte, würde ich meinen Mann in die Kategrie “frühemanzipatorisch” einordnen. Sein Verhältnis zu unseren Katzen ist kumpelhaft und rational. Er beschäftigt sich gerne mit ihnen ……., wenn er Lust und Zeit hat. So dienen sie ihm als Modell für seine Fotoexperimente, solange sie selbst in Stimmung dazu sind. Er möchte auch auf keinen Fall mehr ohne sie leben.

Im Gegensatz zu ihm stehen meine Katzen zu mir aber eher in einem Liebesverhältnis.  Wir liegen eng umschlungen und Kopf an Kopf auf dem Sofa, flüstern uns Koseworte ins Ohr und verstehen uns einfach nur so. Man könnte fast schon von einer telepathischen Bindung sprechen. “Firlefanz” oder “Man kann es auch übertreiben”, meint mein Mann. 

Wie mein Mann die Katzen versorgt

Kommt es nun aber vor, dass ich einen ganzen Tag außer Haus bin, kann ich mich auf ihn verlassen: Das Katzenklo wird einmal gereinigt. Die Terrassentür zum Garten geht auf, wenn Herrchen mal den Drang verspürt, den Schreibtisch kurz zu verlassen. (Ständiges geräuschvolles Insistieren der Herrschften wird ignoriert.) Der Fressnapf wird mehrmals pünktlich gefüllt, ohne Ausnahme. Gefressen wird allerdings, was auf den Tisch kommt. Wer keine Lust auf das vorgegebene Menü hat, muss hungern. Nicht wie bei Frauchen, das notfalls drei Dosen öffnet, bis die richtige Geschmacksrichtung dabei ist, und den Rest verkommen lässt – oder das bei Fressunlust im Stundentakt das Schüsselchen neu mit irgendwelchen Leckerbissen füllt (die dann meistens auch nicht gefressen werden). 

Liebesbeweise – Rousseau

Was müssten die Katzen mir dankbar sein!! Manchmal sage ich zu ihnen, wenn ich mich ärgere: “Wartet nur, morgen müsst ihr mit Herrchen Vorlieb nehmen, da bin ich den ganzen Tag weg!” Aber was erlebe ich? Das interessiert nicht. Die beiden staksen völlig ungerührt ins Arbeitszimmer meines Mannes, setzen sich auf den Kratzbaum gegenüber dem Schreibtisch und beobachten jede seiner Bewegungen mit tiefer Inbrunst, bis ihnen die Augen zufallen.

Gestern überkam mich fast ein Anfall von Eifersucht: Ich schielte durch den Türspalt und erwischte Rousseau dabei, wie er auf der Tastatur saß, beide Vorderbeine auf der Brust meines Mannes, und den Kopf wie in Trance an seinem Hals rieb. So ein Verräter!! Was schleimte er sich bei Herrchen ein! Normalerweise sind solche Liebesbeweise nur für mich vorbehalten.

Liebesbeweise – Sari

Dass Mädchen sich zu einem Mann hingezogen fühlen, ist verständlich. Aber ich finde, Sari übertreibt es nun wirklich! Nicht nur, dass sie seit Neuestem jeden Abend auf der Brust meines Mannes verbringt. Seit einiger Zeit will sie dort auch liegen, während wir essen. Das können wir doch nicht zulassen! Man stelle sich die Reaktion der Gäste vor, wenn jemand mal zu Besuch da ist.

Natürlich liebt Sari auch mich. Wir können stundenlang zusammen spielen und schmusen. Ist sie aber müde, legt sie sich gerne ins Bett, in unser Ehebett, auf ein Kopfkissen, auf das Kopfkissen ….. meines Mannes. 

Aha

Ich frage mich, was dieser Mensch nur anstellt, dass die Schnurrer ihn derart vergöttern. Kann es sein, dass er heimlich seine geliebten Frikadellen mit ihnen teilt?

 

 

 

 

 

 

 

 

Von |2018-11-11T15:29:09+00:0009.11.2018|Unkategorisiert|5 Comments

Über den Autor:

Doris - Katzennärrin seit vielen Jahren. Bloggt hier über die Erlebnisse mit ihren Katzen

5 Comments

  1. Christina 12. November 2018 um 3:34 Uhr - Antworten

    Wunderbar DorisIch erkenne alles genau wieder, Katzen sind wirklich so anders als Hunde

    • Doris Gunkel 12. November 2018 um 13:21 Uhr - Antworten

      Wir lieben sie einfach so, wie sie sind, Christina. Sie machen, was sie wollen. Aber man kann ihnen nicht böse sein.

    • ramona rudolph 13. November 2018 um 18:16 Uhr - Antworten

      Hallo, liebe Frau Gunkel schön haben sie das geschrieben. Bei uns ist es so Nicki der Burmakater liebt die Kinder wenn sie da sind ist er nur bei ihnen. Zu mir kommt er sehr selten. dafür ist unsere Mia oft und gerne bei mir und auch meinem Mann. Der Siam mag am liebsten mich. Und unser merry geht zu jedem. So ist das mit den Katzen die suchen sich ihre Menschen aus. Lg Ramona

      • Doris Gunkel 14. November 2018 um 10:14 Uhr - Antworten

        Liebe Frau Rudolph, bei uns ist es so: Rousseau ist von Anfang an total auf mich fixiert. Er ist immer bei mir. Sari ist verrückt mit meinem Mann. Sobald er sich hinsetzt, liegt sie auf ihm. Und Rousseau lässt das auch zu. Wenn Sari es sich auf mir gemütlich macht, kommt sofort Rousseau und macht ihr deutlich, dass das sein Platz ist. Er ist sehr eifersüchtig. Und sie weiß es auch. Aber sie kommt trotzdem nicht zu kurz bei mir. Da passe ich auf.

  2. Herbert Altmann 16. Dezember 2018 um 17:47 Uhr - Antworten

    Katzen und Hunde sind wunderbare Wesen und dem Menschen als Haustiere nahe. Seelenverwandtschaften zwischen Mensch und Tier zu erfinden, scheint mir gleichwohl allzu oft jenen zu gefallen, die sich z.B. in Ermangelung anderer sozialer Schmiermittel über die eigene desaströse Seelenverfassung mit all ihren unbewältigten Verletzungen auf pathologische Wege der Ersatzliebe begeben – und die armen Kreaturen vermenschlichen: das Tier ist dem Herumfummel in und an seiner Natur nicht selten zum Wohle der menschlichen denn der tierischen Bedürfnisbefriedigung ausgeliefert. Katzen sind Katzen, und Hunde sind Hunde – wunderbare Haustiere, wenn man sie nicht zu Objekten klangschaliger und salzsteiniger Verkuschelung macht.

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