Wie ich zum Katzenopfer wurde

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Wie ich zum Katzenopfer wurde

Man braucht sich keine weißen Tiger zu kaufen wie Siegfried und Roy, um in der Notaufnahme eines Krankenhauses zu landen. Es genügt auch eine Katze. Unter den größten Anstrengungen tippe ich diesen Beitrag. Der rechte Arm ist von der Schulter bis zu den Fingern in Gips. Die linke Hand ist grün und blau, geschwollen und tut höllisch weh, das rechte Auge schimmert in allen Farben, als ob mich jemand verprügelt hätte.

Was ist passiert?

Wieder mal war ich mit mit meinen beiden wilden Schnurrern im Garten, den sie an meterlangen Leinen durchstreifen können. Es war Samstagabend, immer noch recht heiß und mein Mann und ich lechzten nach einem kühlen Feierabendbier auf der Terrasse. Ich band jetzt also beide auf der Terrasse fest. Rousseau und ich warfen einen letzten Blick in den Garten und Sari ging schon in Richtung Terrassentür.

Dann setzte sich Rousseau in Bewegung und die Leine, die bis dahin auf dem Boden gelegen hatte, spannte jetzt quer über die Terrasse. In Gedanken an das Abendessen machte ich einen Schritt in Richtung Terrassentür und tappte voll in die Falle, strauchelte, schrie auf und setzte eine Abfolge von Aktionen in Gang, die sich gewaschen hatte. Als nicht ganz unsportlicher Mensch hätte ich mich eigentlich wieder fangen können. Aber das war nicht mehr möglich. Denn vor Schreck vollführte Rousseau mehrere Sprünge um mich herum, umwickelte meinen Fuß mit der langen Leine und zog daran in Richtung Tür, wo er sich in Sicherheit wähnte. Und wer meinen Kampfkater kennt, weiß, was er für Kräfte entwickeln kann. Kurz: Ich landete also in hohem Bogen auf dem Terrassenboden und schlug auf den Knien, den Händen und zuletzt noch mit dem Kopf auf. (Man wundert sich, wie es knallt, wenn der Kopf auf dem Boden aufschlägt.)

Mein Mann im Haus glaubte, ein Erdbeben erschüttere im Moment unsere Gegend. Stürzte in Panik herbei und befreite mich. Ich wankte zum Sofa, da ich dachte, ich hätte eine Gehirnerschütterung oder noch schlimmer – einen Schädelbruch erlitten.

Das Ende

Was ich nicht mitbekommen hatte: Unsere süße, kleine Sari-Maus hatte sich fast zu Tode erschreckt. Völlig orientierungslos schoss sie im Wohnzimmer umher und konnte sich nicht mehr beruhigen, sodass sich mein Mann nicht um mich kümmern konnte, sondern nur um Sari. Das übernahm dann Rousseau. Er schnurrte um meinen Kopf herum und legte sich in meinen Nacken, als ob er sagte wollte: Ist alles nicht so schlimm.

Die Nacht verbrachte ich unter höllischen Schmerzen im Arm mit zwei Katzen im Bett, die mir nicht von der Seite weichen wollten. Sari wollte meine Brust nicht mehr verlassen und mied zwei Tage das Wohnzimmer.

Diagnose am anderen Tag im Krankenhaus: leichte Gehirnerschütterung, angebrochenes Ellenbogengelenk, stark gestauchtes Handgelenk, starke Prellung der anderen Hand. Na ja, offensichtlich sind meine Knochen gar nicht so schlecht. Hätte ja noch schlimmer kommen können.

Von |2017-06-01T16:40:33+00:0001.06.2017|Abenteuer|2 Comments

Über den Autor:

Doris - Katzennärrin seit vielen Jahren. Bloggt hier über die Erlebnisse mit ihren Katzen

2 Comments

  1. Ramona Rudolph 1. Juni 2017 um 20:46 Uhr - Antworten

    Guten abend Frau Gunkel gottseidank ist ihnen nicht noch mehr passiert ich hoffe sie haben nicht mehr so schlimme Schmerzen bei ihnen und den beiden Katzen ist immer was los das ist ja wie im abenteuerland. Da ist es bei uns immer ruhig zumindestens noch. Unsere beiden holen wir in gut 2. Wochen. Liebe Frau Gunkel ich wünsche ihnen gute Besserung und das der Gips bald wieder ab kommt . Lg Ramona

    • Doris Gunkel 2. Juni 2017 um 16:43 Uhr - Antworten

      Hallo Frau Rudolph, vielen Dank für die guten Wünsche. Heute Morgen war ich wieder im Krankenhaus.Leider muss ich den Gips eine weitere Woche tragen!!!! Ja, hier ist immer was los. Aber die beiden Schnurrer konnten ja wirklich nichts dazu. Ich hätte einfach besser aufpassen müssen. Und Rousseau hatte sich einfach erschreckt, als ich so einen lauten Schrei ausstieß. – Nur noch zwei Wochen bis zum Abholen Ihrer beiden Süßen. Das ist aufregend. Hoffentlich sind Ihre nicht auch solche Nager wie unsere. Man muss höllisch aufpassen, dass sie nicht Sachen anknabbern, die gefährlich für sie sind. Am Anfang war das extrem schlimm. Man muss alles in Sicherheit bringen. Blumen habe ich im Moment keine mehr. Aber es legt sich allmählich. Sobald die Kleinen da sind, müssen Sie mir unbedingt Bescheid geben und mir berichten, was sie so machen. Bis dahin eine schöne Vorfreude!!!! LG Doris Gunkel

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