Hast du in deinem Bekanntenkreis auch  Leute, die ständig damit angeben, was ihre Kinder schon alles können? Die Kinnlade fällt einem herunter, wenn man hört, dass ein 12 Monate altes Baby schon aufs Töpfchen geht und ein zweijähriges Kind bereits lesen und schreiben kann. Diese Lobhudelei macht aber auch vor den Katzen dieser Personen nicht halt und kann bei mir höchstens ein müdes Lächeln auslösen, denn jeder weiß, dass die meisten Fellnasen mit der Pfote abwinken, wenn man ihnen mit Kunststücken kommt. Sie haben schlicht und ergreifend keine Lust dazu.

Rousseau versucht die Terrassentür zu öffnen

Wie man Katzen Tricks beibringen kann

Katzen sind bekanntermaßen intelligente, aber äußerst eigenwille Wesen. Im Gegensatz zu Hunden, die ihrem Herrchen gefallen wollen und dafür gerne alles machen, ist es Katzen anscheinend piepegal, was ihr Mensch von ihnen denkt. Die Beziehung zu ihm geht im wahrsten Sinne des Wortes durch den Magen. Für einen leckeren Happen machen sie auch mal etwas gegen ihren Willen. Deshalb gelingt es, Katzen mit Hilfe von Leckerlis Tricks beizubringen. Hat man aber eine Fellnase, die wenig Spaß am Fressen hat und sich auch um Leckerlis keinen Deut schert, ist diesbezüglich jede Liebesmüh umsonst.

Rousseau trinkt am Wasserhahn

Der neueste Trick unseres Katers

Dennoch gibt es unter den Katzen die reinsten Trickkünstler, die sich die anspruchsvollsten Kunststückchen selbst beibringen. So hat mich unser Rousseau, von dem ich schon einiges gewöhnt bin, letzte Woche doch mal wieder überrascht. Mein Mann wurde nämlich Zeuge, wie er den Wasserhahn betätigte, um zu trinken. Zeugt das nicht schon von einem Katzen-IQ von mindestens 160? Also, der Vorfall war folgender: Mein Mann musste nachts kurz ins Bad. Und während er vor sich hindöste, schlug plötzlich mit Karacho die Tür auf. Rousseau stolzierte herein, sprang auf das Waschbecken, drückte mit der Pfote den Hebelmischer zur Seite, als ob das die natürlichste Sache der Welt wäre, löste den Wasserstrahl aus und trank. Mein Mann wähnte sich zuerst noch im Halbschlaf und hielt Rousseau für eine Schimäre. Als dieser aber nach gestilltem Durst mit einem Satz das  Becken verließ und mit einem lauten Schrei, einem Art Aufheulen,  aus dem Bad schoss, wusste mein Mann, dass er in der Realität war. Hellwach schloss er den Wasserhahn, was Rousseau offensichtlich vergessen hatte. Freudestrahlend und gleichzeitig triumphierend berichtete er mir am nächsten Morgen von dem Vorfall und konnte damit endlich beweisen, dass nicht er der Übeltäter war, der nachts immer das Wasser laufen ließ, was ich ihm seit einiger Zeit zum Vorwurf gemacht hatte, sondern Rousseau.

Wie unsere Katzen lernen

Kinder lernen durch Imitation ihrer Eltern. Unsere Katzen machen dies offensichtlich genauso. Zwei wollten von Anfang an auch unsere Toilette benutzen, was mir nicht so sympathisch war. Man stelle sich nur vor, es ist ein katzenloser Besucher da, der kurz das stille Örtchen benutzen will, und die Klobrille ist gerade von deinem Kater besetzt.

 

Zum Clickertraining hatte ich nie Geduld. Deshalb beherrschen unsere Katzen weder einen High five noch klingeln sie, um ein Leckeli zu bekommen. Dafür öffnen sie alle Türen, auch die mit hochgestellter Klinke. Sari übt zurzeit, den Schlüssel im Schloss zu drehen. Irgendwann wird sie es können. Dann hilft nur noch ein Eisengitter vor der Haustür.

 

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